| Jusos kritisieren Hartz-IV-Show |
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Mittwoch, 27. August 2008 - Von Darius Dunker (2510 mal gelesen) Die Bundesvorsitzende der Jusos, Franziska Drohsel, kritisiert die neue Magazinserie "Gnadenlos gerecht " des Senders Sat 1 - und damit auch die von ihrer Partei eingeführte gnadenlose Sozialpolitik.
Unterdessen hat die SPD mit dieser Politik laut neuester Forsa-Umfrage einen Tiefstand von 20% bei der "Sonntagsfrage" erreicht, während Die Linke demnach bis auf 5 Prozentpunkte an sie herangekommen ist - so dicht, wie nie zuvor. Laut Sat 1 zeigte die erste Folge der Sendung "die beiden Sozialfahnder Helena Fürst und Helge Hofmeister bei ihrer Arbeit" und "wie sie unkonventionell und schnell Bedürftigen helfen und auch wie sie mutmaßliche Hartz IV-Betrüger stoppen." Im Pressetext wird dazu ausgeführt:
Mit dem Magazin „Gnadenlos gerecht“ stelle Sat1 die Situation arbeitsloser Menschen in Deutschland vollkommen falsch dar, so die Juso-Vorsitzende. Die Berichte über Missbrauchsfälle beim Arbeitslosengeld II entsprächen nicht der Realität. Drohsel:
Die Jusos fordern Sat 1 daher auf, die Sendung „Gnadenlos gerecht“ zu stoppen und stattdessen „die wirklichen Probleme beim Arbeitslosengeld II“ zu thematisieren: Der großen Zahl Arbeitssuchender stünden zu wenige Arbeitsplätze gegenüber, kein Mensch könne von monatlich 351 € ein existenzsicherndes Leben führen. Die ALG II-Leistungen, zuallererst die Zuwendungen für Kinder, müssen daher dringend angehoben werden, so die Jusos. Die Kürzung der ALG-II-Zahlungen als Sanktionsmaßnahme in der Arbeitsvermittlung dürfe darüber hinaus keinen weiteren Bestand haben, denn jeder habe das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Der Appell dürfte sich eher an die Mutterpartei richten, als an den Fernsehsender. Der Sender meldete unterdessen einen "Marktanteil von 15,2 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern" für die erste Folge der Sendereihe. Darauf wird es den Werbekunden ankommen. Quelle: Pressemitteilung der Jusos, Pressemitteilung Sat1.
Foto: Regani bei Wikimedia Commons (Zuletzt geändert am Mittwoch, 27. August 2008.) |