| In Köln unerwünscht? Sinologe und Ostasienspezialist Dr. Ingo Nentwig |
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Dienstag, 15. April 2008 - Von Edith Bartelmus-Scholich (2195 mal gelesen) Eine Veranstaltung zu China und Tibet im Bürgerzentrum Alte Feuerwache in Köln musste kurzfristig abgesagt werden, weil sie sich nicht vorbehaltlos in den Free-Tibet-Mainstream eingliederte. Den Veranstaltern der Bildungsgemeinschaft SALZ wurde Einseitigkeit vorgeworfen. Edith Bartelmus-Scholich führte folgendes Interview für die Online-Zeitung "scharf links ".
Frage: Euch ist für eine Tibet-Veranstaltung der bereits zugesagte Veranstaltungssaal kurz vor dem Termin wieder entzogen worden, mit welcher Begründung ? SALZ: Man hat uns vergeworfen, in unserem Einladungsflugblatt einseitig für die Chinesen Stellung zu beziehen und das reichte dem Vorstand der Alten Feuerwache für diesen Entzug. Das ist gleich zweifach skandalös. Erstens haben wir darauf hingewiesen, dass in den Medien vieles verschwiegen wird einseitig zu Ungunsten der chinesischen Seite und dass hier ein gefährlicher Brandherd zu entstehen droht, wenn die Einmischung von außen weiter fortgeführt wird. Zweitens hat man im Vorfeld mit uns noch nicht einmal den Dialog gesucht, sondern nur abstruse Mutmaßungen über unseren Referenten, Dr. Ingo Nentwig, angestellt. Der ist nun wirklich ein weithin anerkannter China-Experte und ausserdem wissenschaftlicher Beirat von SALZ e.V. Jeder und jede kann sich z.B. über unsere Website überzeugen, dass diese Vorwürfe haltlos und töricht sind, nur weil wir dem mainstream entgegentreten und damit der Mystifizierung der angeblich vollkommen gewaltlosen Tibeter befördern wollen. Frage: Gilt denn die Alte Feuerwache in Köln nicht quasi als Restbestand links-alternativen Milieus gerade ohne Neigung zu solcherart Zensur?
SALZ: Das dachten wir auch bisher. Wir wissen noch nicht genau, mit welcher Begründung man uns den Raum entzog, Schriftliches hat man uns nicht ausgehändigt. Das kam ja alles telefonisch, zwei Werktage vor der geplanten Veranstaltung. Sehr unfein. Wir kennen Vorstand und Verwaltung bisher nicht als undemokratische Hardliner. Aber man hat ja auch im Fall Jugoslawien oder aktuell Im Fall des Kriegs gegen den Irak gesehen, dass aus so mancher grünen-alternativen Seele über die Jahre eine olivgrüne geworden ist... Das wird sich hoffentlich aber noch konkret zeigen. Der Raumentzug ist formell, so hat man es uns gesagt, vom Vereinsvorstand der Alten Feuerwache e.V. ausgesprochen worden. Vielleicht sind einer oder einem Einzelnen die Pferde durchgegangen und der Vorstand hat aus einer Loyalitätshaltung heraus Frage: Was wollt ihr jetzt unternehmen?
SALZ: Wir haben in unserem Offenen Brief dem Vorstand der Alten Feuerwache angeboten, eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema Tibet zu machen, das öffentliche Interesse ist ja wirklich groß. Wir haben auch vorgeschlagen, uns und unsere Aufassungen einmal persönlich vorzustellen. Wir wollen nicht hinnehmen, dass der Anspruch dieses Bürgerzentrums für Emanzipation und demokratischer Kommunikation im Viertel und in der Stadt vor die Hunde geht. Die öffentlichen Räume, wo freimütige Debatten stattfinden können, sind ja
Das Interview führte Edith Bartelmus-Scholich für 'scharf-links'.
Für den Bildungskreis Köln von Soziales, Arbeit, Leben, Zukunft (SALZ) e.V. antwortete Frank Braun vom dortigen Vorstand auf ihre Fragen. Näheres unter www.salz-köln.de
Offener Brief an die Mitglieder des Vorstands von Alte Feuerwache Köln e.V.: (Zuletzt geändert am Montag, 29. November 1999.) |