| Protestmarsch der Telekom-Beschäftigten: Solidarität & Heuchelei |
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Mittwoch, 30. Mai 2007 - Von Andrej Hunko (2754 mal gelesen)
Laut einer Stern-Umfrage 32.000 Arbeitsplätze sollen zudem vernichtet und weitere 50.000 Beschäftigte „ausgegliedert" werden. Als Ergebnis sollen 900 Millionen Euro „Personalkosten" eingespart werden. Ein Erfolg der Pläne des Telekom-Managements würde zu einem weiteren Dammbruch bei anderen Berufsgruppen führen und das scheinen die Menschen zu spüren.
Besonders pikant: Die Bundesregierung ist mit 31%
Hauptaktionär bei der Telekom; mit Thomas Mirow und Ingrid Matthäus-Maier
sitzen zwei SPD-Vertreter der Bundesregierung im Aufsichtsrat und könnten mit
ihren Stimmen den Ausverkauf stoppen. Auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion
zu ihrer diesbezüglichen Verantwortung erklärte Auf der Abschlusskundgebung am Holzmarkt kritisierte verdi-Betriebsgruppenleiter Joachim Breuer massiv das Telekom-Management und erläuterte detailliert den geplanten Horrorkatalog, ging jedoch nicht auf die Verantwortung der Bundesregierung ein. Heuchelei
Als erster „Solidaritätsredner" war dann der Vorsitzende der
Aachener SPD, Karl Schultheis, geladen, der unter vereinzelten Buhrufen
versuchte Sympathien zu gewinnen. Auch Schultheiß ging nicht auf die Rolle der
Bundesregierung und damit seiner eigenen Partei ein. In einer Resolution Dass aber genau das der Sinn der Ausgliederung ist, hat selbst die Financial Times Deutschlands in dankenswerter Klarheit beschrieben:
Schultheiß musste sich schließlich den Zwischenruf „Ihr seid doch an der Regierung" gefallen lassen. Auf diesen Zwischenruf gingen denn auch der verdi-Bezirksvorsitzende Dieter Jansen und der stellvertretende Fachbereichsleiter „Ver- und Entsorgung" Dietmar Schütteler in ihren Grußadressen ein: Die SPD sei mit an der Regierung, man erwarte daher von ihr, dass den warmen Worten auch Taten folgen. Langer StreikNGG-Geschäftsführer Peter Mogga erinnerte schließlich noch an den großen Gate-Gourmet-Streik, der bei Wind und Wetter ein halbes Jahr dauerte, um wenigstens die Tarifverträge zu erhalten. Auf einen solch langen und harten Arbeitskampf müssten sich auch die Telekom-Beschäftigten einstellen. Leider wurde am Ende versäumt weitere konkrete Schritte anzukündigen oder Maßnahmen zur Einbeziehung weiterer Beschäftigtengruppen anzukündigen. Angesichts des erwähnten Rückhaltes in der übrigen Bevölkerung und des immer wieder erwähnten Dammbruchs sicher kein aussichtsloses Unterfangen. Auch eine Delegation belgischer Postler, die gegen die Privatisierung kämpfen, und ein paar Worte der Betroffenen selbst wären interessant gewesen.
Beim Telekom-Streik „geht es nicht mehr um verhandelbare
Details, sondern um die Existenz", merkte
der Publizist Robert Kurz jüngst im Freitag (Zuletzt geändert am Freitag, 8. Juni 2007.) |
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Rund 250 Beschäftigte der Telekom, sowie Vertreter anderer
verdi-Fachbereiche und Gewerkschaften beteiligten sich am Mittwoch am
bundesweiten Solidaritätstag in Aachen. Einige Dutzend Passanten schlossen sich
dem Demozug vom verdi-Haus in der Harscampstr über Elisenbrunnen, Markt,
Großkölnstr. zum T-Punkt am Holzgraben an.
