| Demonstration gegen Abschiebezentrum bei Lüttich |
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Samstag, 14. April 2007 - Von Darius Dunker (3068 mal gelesen) Acht Jahre nach Einrichtung des Abschiebegefängnisses in Vottem (Herstal) bei Lüttich planen zahlreiche ostbelgische Organisationen für Sonntag, den 22. April 2007, eine große Protestkundgebung unter dem Motto "Acht Jahre später - und ich finde mich noch immer nicht damit ab". Über das generelle Unrecht hinaus, dass in Abschiebegefängnissen Menschen allein wegen ihres Aufenthalts in Europa wie Schwerverbrecher eingesperrt werden, gab es auch in den letzten Monaten eine Reihe von Berichten über Menschenrechtsverletzungen im "geschlossenen Zentrum Vottem".
Das TV-Magazin Ciné-Télé-Revue hatte im vergangenen November anonyme Aussagen mehrer Wärter des Abschiebegefängnisses veröffentlicht, die von katastrophalen Zuständen berichten. Auch Amnesty International Es gebe in der Einrichtung kein psychologisches Fachpersonal, das sich der oft traumatisierten Flüchtlinge während des schrecklichen Wartens auf Abschiebung annehme. Menschen, die "als Störfaktor" angesehen werden, würden stattdessen regelmäßig in Einzelzellen isoliert - mitunter für Wochen. Den Betroffenen stünden dann keine ordentlichen Möglichkeiten zur Körperpflege mehr zur Verfügung, sogar die Benutzung von Toiletten würde ihnen verwehrt. Menschen, die unter den Bedingungen der Haft zu Selbstverstümmelung oder -tötung neigen, würden im Stich gelassen, Kranke wie z.B. Tuberkulosepatienten würden nicht medizinisch versorgt. Anfang März 2007 hat eine ehemalige Mitarbeiterin des Zentrums Anzeige gegen ihren früheren Arbeitgeber erstattet. Über einen Anwalt ließ auch sie Berichte über Menschenrechtsverletzungen und falsche medizinische Behandlungen in Vottem veröffentlichen. Insassen würden auch geschlagen. Die Anstaltsleitung bestreitet die Vorwürfe und droht mit einer Verleumdungsklage. Die entlassene Angestellte wolle der Leitung nur aus Rache schaden. Daraufhin erhoben jedoch auch zwei MedizinerInnen, die bis 2001 in der Einrichtung arbeiteten, schwere Vorwürfe. Sie seien in ihrer ärztlichen Tätigkeit massiv behindert und von der Anstaltsleitung zum Bruch des Arztgeheimnisses gedrängt worden. Sie kritisierten auch, dass in dem Zentrum übermäßig Beruhigungsmittel eingesetzt würden. In den vergangenen Jahren haben immer wieder in Vottem inhaftierte Flüchtlinge mit Hungerstreiks versucht, auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Im März 2007 war es immerhin elf Menschen gelungen, aus der menschenverachtenden Anlage zu fliehen. Nun soll am Sonntag, dem 22. April 2007, wieder einmal eine große Demonstration gegen das Abschiebelager stattfinden.
(Zuletzt geändert am Freitag, 20. April 2007.) |
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