| Hasenclever-Preisträgerin Herta Müller erhält Nobelpreis |
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Donnerstag, 8. Oktober 2009 - Von Darius Dunker (1016 mal gelesen) Den diesjährigen Literaturnobelpreis erhält Herta Müller, wie das Nobelpreiskommittee heute Mittag verkündete. Herta Müller war vor drei Jahren auch mit dem Aachener Walter-Hasenclever-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Peinlich für Aachen. Kann Aachen, die Stadt der zahlreichen Preisverleihungen, stolz sein, die Preisträgerin Jahre zuvor geehrt zu haben, die jetzt auch den Nobelpreis erhält? Hatten die AachenerInnen ein Gespür, mit ihrer Ehrung anderen voraus zu sein? Keineswegs. Wikipedia nennt über zwanzig Preise, die Herta Müller seit 1981 bereits erhalten hatte. Besonders beschämend ist aber, in welchem Rahmen die Ehrung Herta Müllers in Aachen stattgefunden hatte. Die Preisverleihung fand während eines Ausstellungsumbaus im Ludwigforum statt. Während der feierlichen Verleihung in der sogenannten Mulde des Museums standen ringsum abgehängte und eingepackte Kunstwerke herum. Aachen ehrte die Schriftstellerin mit der Athmosphäre einer großen Abstellkammer, während nebenan im Museumsrestaurant lautstark eine Hochzeitsgesellschaft feierte. Zwar waren viele interessierte Aachenerinnen und Aachener gekommen, zwar gelang es der Musikerin und insbesondere der Preisträgerin selbst, dem ganzen doch eine gewisse Würde zu verschaffen, peinlich war aber insbesondere das Fehlen nahezu jeglicher politischer Repräsentanten der Stadt. Weder der Oberbürgermeister noch die Bürgermeisterinnen hatten dem Termin Vorrang vor anderen Verpflichtungen gegeben. Keine der im Rat vertretenen Parteien* war mit ihren lokalen Parteispitzen vertreten. Man darf gespannt sein, wie die Stadt sich nun zum Nobelpreis äußern wird. Herta Müller erhält den Nobelpreis genau zehn Jahre nach dem letzten deutschen Literaturnobelpreisträger Günter Grass. Bei der Auszeichnung in Aachen 2006 hatte Müller, deren Schaffen von den Erfahrungen unter dem Ceausescu-Regime in Rumänien geprägt ist, offenbar auch auf Grass angespielt, dessen NS-Vergangenheit kurz zuvor publik geworden war. "Mit 17 freiwillig in der Waffen-SS gewesen zu sein, das werfe ich ihm vor", sagte Müller damals - zwar in Bezug auf ihren Vater, doch mit allgemeinerer Gültigkeit. * Mit Ausnahme der WASG in meiner Person, dies sei nur der Vollständigkeit halber angemerkt. Die WASG war damals sicherlich keine Partei, deren Anwesenheit etwas darüber aussagt, welchen Stellenwert man in Aachen der Preisverleihung gab.
Foto: Amrei-Marie für Wikipedia (Lizenz (Zuletzt geändert am Donnerstag, 8. Oktober 2009.) |




