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Dramatischer Absturz der SPD auch in Aachen PDF Drucken E-Mail
Montag, 28. September 2009 - Von Darius Dunker (1058 mal gelesen)

Auch in Aachen sind der SPD in Massen die WählerInnen abhanden gekommen. Ulla Schmidt wird nicht nur ihr Ministerinnenamt wegen des katastrophalen Bundesergebnisses ihrer Partei verlieren, sondern hat auch das Bundestagsdirektmandat in Aachen an die CDU abgegeben. Über 10 Prozentpunkte hat die SPD in Aachen verloren, im Kreis Aachen sogar 12 Prozentpunkte.

Jubilieren konnten in Aachen fast alle anderen Parteien. Die CDU verlor zwar einen Prozentpunkt, freute sich aber über das Direktmandat für Henke. Die übrigen Parteien legten bis auf die NPD alle zu. Über die Landeslisten ihrer Parteien werden Ulla Schmidt (SPD), Petra Müller (FDP) und Andrej Hunko (Die Linke) ebenfalls in den Bundestag einziehen. [Update]

Begeistert über ihr Ergebnis waren die Mitglieder der Linken. Sie erreichte in Stadt und Kreis Aachen mehr als das doppelte des Ergebnisses bei Kommunalwahl vor vier Wochen und liegt auch jeweils über dem Landesdurchschnitt ihrer Partei. Im Kreis Aachen konnte Die Linke ihren Vorsprung vor den Grünen ausbauen. Das beste stadtweite Ergebnis der Region erreichte Die Linke wie schon bei der Kommunalwahl in Herzogenrath, diesmal 10,9%, bester linker Wahlbezirk war der Mittlere Kronenberg in Aachen mit 21,3 %, gut für Die Linke erneut auch Rurberg (Gemeinde Simmerath), mit beachtlichen 15,2%.

Groß ist der Jubel auch bei der Piratenpartei. Sie erreichte in Aachen mit 3,7% ihr bestes Ergebnis aus NRW und freut sich über 13,8% in der Roermonder Straße. Bemerkenswert: In den besten Wahlbezirken der Piraten - das sind vor allem die studentischen Wohngegenden - weisen vor allem CDU und SPD überdurchschnittliche Verluste auf.

Die Grünen erreichten in Aachen ihre besten Ergebnisse erwartungsgemäß im Frankenberger Viertel. Hier erreichten sie bis zu 32% in den Wahlbezirken und liegen deutlich vor allen anderen Parteien. Viel besser war auch die SPD in ihren besten Wahlbezirken nicht: am Eisenbahnweg erreicht sie ihren Aachener Maximalwert mit 34%. Stimmen hinzugewonnen hat die SPD nur in einem Aachener Wahlbezirk, nämlich drei Stimmen in Orsbach. Bemerkenswert wiederum die Wahlbezirke mit den größten Verlusten für die SPD. Dort haben relativ gleichmäßig die anderen Parteien zugelegt, es scheint also keine deutliche Wanderung der SPD-Stimmen zu einer bestimmten anderen Partei gegeben zu haben.

Sehr auffällig ist noch ein anderes Detail der Aachener Wahlergebnisse: Im Wahlbezirk Promenadenstraße External link wurden 18 Stimmen für die Rentnerinnen- und Rentnerpartei (RRP) gezählt, das sind dort 7,7%. Nirgendwo sonst in der Stadt ist die RRP über 2 Stimmen gekommen, im ganzen Kreis Aachen gibt es ebenfalls nirgendwo ein vergleichbares Ergebnis.

Update: Das ungewöhnliche Ergebnis in der Promenadenstraße wurde inzwischen korrigiert. Die 18 Stimmen entfallen auf die Piratenpartei, nicht auf die RRP.


(Zuletzt geändert am Donnerstag, 1. Oktober 2009.)
 
 
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