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RWTH: Hunderennen um Exzellenz PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 28. Juli 2009 - Von Alexander Roentgen (1105 mal gelesen)

Der Rektor der RWTH und der Oberbürgermeister gehen auf Betteltour: Nach einem Bericht der Aachener Nachrichten (14.07.2009) wollen sie TH-Absolventen, wohlhabende Bürger und Unternehmen dazu bewegen, für einen Bildungsfonds zur Finanzierung von Stipendien zu spenden.

Ein Kommentar

Endlich: Nach den Universitäten werden die Studenten selbst in das Hunderennen um Exzellenz geschickt. Der im Zukunftskonzept der RWTH ausgerufene "Wettbewerb auf allen Ebenen" wird in die Tat umgesetzt. Die Prämien für die besten Hunde werden nach Gutsherrenart vergeben: Je mehr man als Bürger oder Unternehmen in den Bildungsfonds einzahlt, desto mehr Einfluss hat man auf die Auswahl der Stipendiaten.

Nach welchen Kriterien will man überhaupt ernsthaft entscheiden, ob der eine Student "hervorragend" ist und der andere nicht? (Denkt übrigens jemand an die Studenten der FH Aachen?) Dass das Land zu einem solchen Bildungsfonds, dessen Gelder nicht nach demokratisch-transparenten Regeln verteilt werden, zur Hälfte finanziell beiträgt, ist fragwürdig und schwer mit dem Rechts- und Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes vereinbar.

Im übrigen: Ist dem Rektor der RWTH und dem Oberbürgermeister (einem Sozialdemokraten) bekannt, dass in Deutschland soziale Herkunft und Erfolg in Schule und Hochschule zusammenhängen? Wenn es so steht, ist es irreführend, von einem (fairen) "Leistungswettbewerb" zu sprechen. "Wer hat, dem wird gegeben" wäre ein besserer Titel für dieses Hunderennen. Ein neofeudales Stipendiensystem ist abzulehnen. Zu wünschen wäre ein sinnvolles, sozial gerechtes Steuersystem (wer sponsern, spenden und stiften kann, kann auch Steuern zahlen!), so dass der Staat ohne Erhebung von Studienbeiträgen die Universitäten gut auszustatten und bedürftige Studenten zu unterstützen vermag.


(Zuletzt geändert am Dienstag, 28. Juli 2009.)
 
 
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