| Offener Brief an Cornelia Girndt |
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Samstag, 11. April 2009 - Von Alban Werner (919 mal gelesen)
Liebe Kollegin Cornelia Girndt, Als selbst politisch aktives DGB-Gewerkschaftsmitglied finde ich es wichtig, dass die europäische Ebene in den inhaltlichen und strategischen Diskussionen im DGB eine größere Rolle einnimmt, als das bisher der Fall gewesen ist Die Debatte in den gewerkschaftlichen und gewerkschaftsnahen Medien in Druck und Internet sollte dabei die Positionen von GewerkschafterInnen in ihrer ganzen Breite wiedergeben.
Nicht akzeptabel ist es aber nach meinem Verständnis gewerkschaftlicher Arbeit, die Verständigungsorgane des DGB parteipolitisch zu instrumentalisieren. Genau dies tust Du allerdings in Deinem Vorwort zum o.g. Heft. Du beendest Dein Editorial
Der letzte Satz ist faktisch ein Wahlaufruf zugunsten der SPD bzw. zugunsten der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) und wird auch eindeutig so verstanden werden. Das steht nach meinem Verständnis, zumal an dieser prominenten Stelle, in diametralem Gegensatz zu einen grundlegenden Positionen des DGB.
Im aktuellen Grundsatzprogramm
Weiter unten heißt es (Seite 35):
Dein einseitiger Wahlaufruf zugunsten der SPE ist aber auch aus inhaltlicher Sicht nicht zu rechtfertigen. Unbeschadet der Befürwortung des Lissabon-Vertrags, dessen Festlegungen in punkto Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie Außen- und Militärpolitik m.E. unvereinbar mit gewerkschaftlichen Grundsätzen sind, gibt es auch unterhalb dieser Schwelle genug Gründe, als Gewerkschafter oder Gewerkschafterin seine Stimme nicht der SPE zu geben. Ich nenne von den vielen nur zwei:
- der sozialdemokratische Arbeitsminister Olaf Scholz blockierte beim
Treffen der EU-Arbeits- und Sozialminister am 5. und 6. Dezember 2007
eine Einigung zur Besserstellung von LeiharbeiterInnen, wofür er zu
Recht von Gewerkschaften kritisiert
- die britische Labour-Party unter Gordon Brown hat dafür gesorgt, dass
Großbritannien die EU-Grundrechtecharta nicht anerkennt Es wird trotzdem sehr viele Kolleginnen und Kollegen geben, die bei der Europawahl die SPD ankreuzen. Das ist ja auch Ihr gutes Recht. Aber es ist nicht die Aufgabe von gewerkschaftlichen Publikationen, sie dazu aufzufordern. Solidarische Grüße, Alban Werner
(Zuletzt geändert am Samstag, 11. April 2009.) |




