| Älteste Tageszeitung der Bundesrepublik vor dem Ende? |
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Donnerstag, 8. Januar 2009 - Von Darius Dunker (2660 mal gelesen) Es wird ernst im Zeitungsverlag Aachen. Seit Oktober wird laut Branchenberichten nach einem Käufer für den Verlag (Aachener Nachrichten, Aachener Zeitung, Supersonntag, Supermittwoch) gesucht. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll es längst ausgemachte Sache sein, dass die Rheinische Post den Rest des Verlags übernimmt. Die Düsseldorfer besitzen bereits knapp ein Viertel des Zeitungsverlags Aachen und ein Vorkaufsrecht für den Rest. Die Übernahme - wenn sie denn kartellamtlich zugelassen werden sollte - würde dem Bild entsprechen, dass sich die großen Verlage die Zeitungslandschaft in Nordrhein-Westfalen gebietsweise aufteilen. Das derzeitige RP-Gebiet reicht bis Erkelenz und damit in das Gebiet des Zeitungsverlags Aachen . Dieser Tage erklärte nun die Stadt Aachen ihre "Sorge um die Meinungsvielfalt in Aachen" - ein Hinweis, dass bei einem Verkauf des Verlages die Einstellung einer der beiden Lokalzeitungen droht?
Offenbar befürchtet man, dass nun - ähnlich wie im Ruhrgebiet
Seit 1975 kooperierten die Herausgebergemeinschaften beider Tageszeitungen und legten ihren Anzeigenteil zusammen, behielten aber eigenständige Redaktionen. Das einst als Ausweg aus der Krise für Zeitungen in mittelgroßen Städten gepriesene "Aachener Modell" wurde ab 2002 mit der Zusammenlegung von Aachener Verlagsgesellschaft und Aachener Nachrichten Verlagsgesellschaft zum Zeitungsverlag Aachen praktisch aufgegeben, ab 2003 wurden die Redaktionen teilweise zusammengelegt Als nächster Schritt kommt in diesem Jahr die Zusammenlegung der Redaktionen für Alsdorf sowie der Redaktionen für die Teile "Euregio" und "Rhein-Maas". Arbeitsplätze sollen durch Vorruhestandsregelungen abgebaut werden. Sollte der Zeitungsverlag demnächst in anderen Besitz übergehen, so ist zu befürchten, dass einer der beiden Zeitungstitel endgültig eingestellt wird. Der Schritt würde in die aktuelle Politik anderer Verlagshäuser in NRW passen.
Der Verlust hätte auch symbolischen Charakter: Die Aachener Nachrichten waren die erste Zeitung nach der Nazizeit, sie konnten nach der Befreiung Aachens bereits ab 1944 mit Lizenz Nr. 1 der Alliierten erscheinen. Viel gravierender wären die Folgen für die Meinungsvielfalt - und die Arbeitsplätze. Den bisherigen ZeitungsmacherInnen ist hoch anzurechnen, dass trotz der immer engeren Zusammenführung tatsächlich bis heute zwei unterschiedliche Zeitungen mit unterschiedlicher Berichterstattung existieren. Nun schreibt das journalistische Weblog medienmoral-nrw.de
Zudem seien die Verträge zwischen Druckerei und Zeitungsverlag gekündigt. Welche Auswirkungen dies habe, sei noch nicht klar. Nachtrag: Die oben erwähnte Erklärung im Namen der Stadt (aber ohne Angabe, wer sie herausgegeben hatte) wurde inzwischen entfernt. In dem Text hatte es geheißen: Stadt blickt mit Sorge auf die Zukunft der Aachener Medienlandschaft Die Gründe für die Rückzug des Textes sind z-ac nicht bekannt. (Zuletzt geändert am Dienstag, 13. Januar 2009.) |
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