| Aachen will die Nazis nicht |
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Mittwoch, 24. Dezember 2008 - Von Horst Schnitzler (2143 mal gelesen) "Macht zu die Tür, die Tor macht dicht, Aachen will die Nazis nicht!" - unter diesem Motto wurde zur heutigen Kundgebung am Aachener Hauptbahnhof aufgerufen. Trotz des Quasi-Feiertagtermins und nasskalten Wetters kamen am Morgen rund 500 AachenerInnen zusammen, um gegen die für heute am selben Ort angekündigte Demo von Neonazis zu protestieren. Knapp vierzig Leute waren dem Aufruf des bekennenden Neonazis Axel Reitz gefolgt. Während dieser von der kleinen Gruppe seiner Getreuen auf die bekannten fremdenfeindlichen und nationalistischen Parolen Applaus erhielt, erschallte von der anderen Seite des Bahnhofsplatzes vielhundertfach "Nazis raus", "haut ab" und "Nazis verpisst euch, niemand vermisst euch!" Rund tausend PolizistInnen aus ganz NRW wurden nach Aachen geordert, um eine Blockade der Nazidemo durch GegendemonstrantInnen zu verhindern und den Nazis die angemeldete Demonstration zu ermöglichen. Ein generelles Verbot von Nazidemos sei nach dem jüngsten Urteil der Mehrheit der Bundesverfassungsgerichter nicht möglich, so der Aachener Polizeipräsident Oelze. Nicht verhindert werden konnte das demonstrative Entrollen eines Transparents in luftiger Höhe an Fenstern des angrenzenden leer stehenden Gebäudes des ehemaligen Hauptzollamts. Dort war zu lesen: "Antifaschismus braucht Freiräume! Da habt ihr die Bescherung." Mutmaßlich wollten Mitglieder der linksautonomen Bewegung mit der Aktion u.a. auf die Notwendigkeit eines seit Jahren in Aachen - bisher erfolglos - eingeforderten selbst verwalteten sozialen Zentrums hinweisen. Sechs Personen nahm die Polizei darauf wegen Hausfriedensbruch und Störung der Nazi-Kundgebung vorübergehend fest. Weitere fünf TeilnehmerInnen der friedlichen Antifa-Gegendemo wurden nach Angaben der Demoleitung festgenommen, nachdem einige rohe Eier und Tomaten in Richtung Nazidemo geflogen waren. Kurz nach Mittag war der Spuk vorüber. Als großen Erfolg werteten die OrganisatorInnen der Antifa-Proteste die Mobilisierung von 500 Menschen aller Altersgruppen aus dem linken ebenso wie aus dem bürgerlichen Spektrum. Und dies, obwohl der Aachener Oberbürgermeister vereint mit den Ratsfraktionen - mit Ausnahme der Linken - propagiert hatte, die AachenerInnen sollten sich nicht an der Gegenkundgebung des antifaschistischen Aktionsbündnisses beteiligen. Stattdessen rief OB Linden in den Vortagen - ebenfalls erfolgreich - zu Protestkundgebungen auf unter dem Motto "Wir sind Aachen - Nazis sind es nicht." Vielen AachenerInnen indes war das empfohlene "aktive Ignorieren" zu wenig. Sie wollten sich nicht damit begnügen, "am Rathaus Friedenslieder zu singen, während die Nazis ungehindert an anderer Stelle durch die Stadt hätten ziehen können". So machten zahlreiche Menschen durch ihre Teilnahme an den heutigen Protesten deutlich, dass jegliche Naziaufmärsche auch "eines couragierten aktiven Entgegentretens" bedürfen - in der festen Überzeugung: "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen". (Zuletzt geändert am Freitag, 26. Dezember 2008.) |
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