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Jusos kritisieren Hartz-IV-Show PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 27. August 2008 - Von Darius Dunker (2436 mal gelesen)

Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel
Die Bundesvorsitzende der Jusos, Franziska Drohsel, kritisiert die neue Magazinserie "Gnadenlos gerecht External link" des Senders Sat 1 - und damit auch die von ihrer Partei eingeführte gnadenlose Sozialpolitik.

Unterdessen hat die SPD mit dieser Politik laut neuester Forsa-Umfrage einen Tiefstand von 20% bei der "Sonntagsfrage" erreicht, während Die Linke demnach bis auf 5 Prozentpunkte an sie herangekommen ist - so dicht, wie nie zuvor.

Laut Sat 1 zeigte die erste Folge der Sendung "die beiden Sozialfahnder Helena Fürst und Helge Hofmeister bei ihrer Arbeit" und "wie sie unkonventionell und schnell Bedürftigen helfen und auch wie sie mutmaßliche Hartz IV-Betrüger stoppen." Im Pressetext wird dazu ausgeführt:

Vor Ort waren die beiden im ersten Fall bei einer alleinerziehenden Mutter. Warum hilft der Ex-Mann nicht? Wie ist ihre Situation? Helena Fürst und Helge Hofmeister trafen auf eine Frau, die tatsächlich nicht einmal das Nötigste beim Auszug mitnehmen konnte und entschieden, sofort zu helfen.
Außerdem zeigte die Doku u.a. auch den Fall einer Großfamilie, in der alle außer dem Sohn Hartz IV-Empfänger sind. Merkwürdig nur, dass er ganz allein mehrere Geschäfte betreiben soll. Und tatsächlich arbeitet die ganze Familie fleißig mit und außerdem gibt es da noch die Immobilie in der Türkei.

Mit dem Magazin „Gnadenlos gerecht“ stelle Sat1 die Situation arbeitsloser Menschen in Deutschland vollkommen falsch dar, so die Juso-Vorsitzende. Die Berichte über Missbrauchsfälle beim Arbeitslosengeld II entsprächen nicht der Realität. Drohsel:

Damit beteiligt sich der Fernsehsender an der gezielten Vermittlung eines unrichtigen Bildes von der Lebensrealität erwerbsloser Menschen. Die Verantwortlichen verstärken damit die negative Stimmung gegenüber Arbeitslosen und betreiben aktive Stigmatisierung und Ausgrenzung derjenigen, die berechtigterweise Anspruch auf Unterstützung der Gesellschaft haben.

Die Jusos fordern Sat 1 daher auf, die Sendung „Gnadenlos gerecht“ zu stoppen und stattdessen „die wirklichen Probleme beim Arbeitslosengeld II“ zu thematisieren: Der großen Zahl Arbeitssuchender stünden zu wenige Arbeitsplätze gegenüber, kein Mensch könne von monatlich 351 € ein existenzsicherndes Leben führen.

Die ALG II-Leistungen, zuallererst die Zuwendungen für Kinder, müssen daher dringend angehoben werden, so die Jusos. Die Kürzung der ALG-II-Zahlungen als Sanktionsmaßnahme in der Arbeitsvermittlung dürfe darüber hinaus keinen weiteren Bestand haben, denn jeder habe das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Der Appell dürfte sich eher an die Mutterpartei richten, als an den Fernsehsender.

Der Sender meldete unterdessen einen "Marktanteil von 15,2 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern" für die erste Folge der Sendereihe. Darauf wird es den Werbekunden ankommen.

Quelle: Pressemitteilung der Jusos, Pressemitteilung Sat1.

Foto: Regani bei Wikimedia Commons External link. Lizenz: GnuFDL bzw. CC-BY


(Zuletzt geändert am Mittwoch, 27. August 2008.)
 
 
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