| Bayer-Chemikalie wegen Bienensterben gestoppt |
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Samstag, 17. Mai 2008 - Von Darius Dunker (2579 mal gelesen) Seit Jahren fordern Imker und Umweltverbände das Verbot von sogenannten Pflanzenschutzmitteln, die unter dem dringenden Verdacht stehen, für das massenhafte Sterben von Bienen verantwortlich zu sein. Nun sollen Produkte auf Basis der Insektengifte Clothianidin und Imidacloprid vom Markt genommen werden. Das Bundesamt für Verbaucherschutz hat am Freitag "bis auf weiteres" den Verkauf der Chemikalie und ihre Anwendung zur Beize von Saatgut untersagt. Damit präpariertes Saatgut, das bereits in Besitz der Landwirte ist, darf allerdings weiterhin verwendet werden. Gebiete, in denen die Stoffe zum Einsatz kamen, sind womöglich noch für Jahre vergiftet. z-ac berichtete im März letzten Jahres:
Bayer bewirbt sein neues Produkt "Poncho Pro Bayer CropScience hat vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf Grund der hohen Gefährdungsgefahr [sic!] eine Zulassung für sein neues Beizmittel Poncho® Pro (Clothianidin) erhalten. Es hat in den USA bereits gute Erfolge in der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers erzielt. Clothianidin aus der Klasse der Neonicotinoide wird dank seiner wurzelsystemischen Eigenschaften gleichmäßig und dauerhaft im Saftstrom der Pflanze verteilt. Seine Wirkung hält sehr lange und ist weitgehend unabhängig von der Bodenfeuchtigkeit. Zudem ist Clothianidin auch sehr gut umweltverträglich.
Am vergangenen Freitag forderten hingegen die Coordination gegen Bayer-Gefahren „In allen 15 bisher untersuchten Proben verendeter Bienen ist Clothianidin gefunden worden - ein für Bienen und andere Insekten bereits in geringsten Mengen tödliches Nervengift“, so Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbunds. Schon im Juli 2006 hatte Hederer in einem Brief an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit scharfe Kritik an der Zulassung des Pestizids geäußert und vorausgesagt, „dass Clothianidin für unsere Bienen zu einer großen Gefahr werden wird“. Beide Wirkstoffe werden vom Leverkusener Bayer-Konzern hergestellt. Imidacloprid wird vor allem im Raps-, Zuckerrüben- und Maisanbau eingesetzt. Clothianidin wird als Beizmittel für Maiskörner, die seit wenigen Wochen ausgesät werden, verwendet und ist auch zur Behandlung von Raps zugelassen. Mit der Maisaussaat begann das Massensterben der Bienen am Oberrhein. Die Stäube, die bei der Aussaat entstehen, können auf blühende Pflanzen auf Nachbaräckern und Waldränder abdriften und werden dort von den Bienen aufgenommen und in den Bienenstock transportiert.
Der Landesverband Badischer Imker berichtete in einem offenen Brief
Philipp Mimkes von der Coordination gegen Bayer-Gefahren: „In Frankreich wurden Poncho und Gaucho wegen erwiesener Bienengefährlichkeit verboten. Aufgrund des starken Einflusses der Bayer AG blieben die deutschen Aufsichtsbehörden jedoch untätig. Bayer hat im vergangenen Jahr mit Imidacloprid und Clothianidin fast 800 Millionen Euro umgesetzt. Hierin ist auch der Grund zu sehen, weswegen sich das Unternehmen trotz der gravierenden Umweltschäden mit Zähnen und Klauen gegen Anwendungsverbote wehrt“, so Mimkes weiter. Die beiden Insektizide sind chemisch eng miteinander verwandt. Noch am Freitag zog das Bundesamt für Verbraucherschutz die Notbremse und verbot die beiden Wirkstoffe zur Saatgutbehandlung. Imker bleiben jedoch skeptisch. In diesem Jahr wurde das neu zugelassene "Poncho Pro" erstmals in großen Mengen in die Umwelt ausgebracht, die weiteren Folgen für die Bienen sind noch nicht absehbar, auch wenn das Mittel nun gestoppt wurde. Französische Veterinärämter haben beispielsweise den Imkern davon abgeraten, mit ihren Bienenvölkern in entsprechend behandelte Gebiete einzuwandern und diese Gebiete auch für die nächsten Jahre zu meiden, weil sich Clothianidin nur sehr langsam im Boden abbaue bzw. die Abbauprodukte teilweise noch toxischer sind als das Clothianidin selber.
Auch die Fragen der Imker, ob der Honig durch das Mittel vergiftet wird, sind noch unbeantwortet. Die Badischen Imker wollen wissen
Eine Frage, die natürlich alle Verbraucher etwas angeht. (Zuletzt geändert am Samstag, 17. Mai 2008.) |
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