| Bahnprivatisierung hintenrum |
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Dienstag, 22. April 2008 - Von Darius Dunker (2532 mal gelesen) Derzeit ist sie mal wieder in allen Medien: die umstrittene Bahnprivatisierung, die von zwei Dritteln der Bevölkerung abgelehnt wird. In der Großen Koalition aber hat man endlich den ersehnten faulen Kompromiss gefunden, führende Sozialdemokraten erklären, die Basis müsse man da auch gar nicht mehr groß fragen. Soweit alles bekannt. Doch während vielerorts - auch in Aachen - immer wieder gegen die Bahnprivatisierung protestiert wird, ist die Privatisierung hintenrum bereits in vollem Gange. Im vergangenen Jahr wurde, ganz nach dem Konzept der ungehemmten neoliberalen Zurichtung Europas, der Betrieb der Rhein-Sieg-Bahn (RE 9) von Aachen nach Siegen europaweit ausgeschrieben. Nun wurde verkündet: gewonnen hat die "Heidekrautbahn GmbH" aus Potsdam, die ab Ende 2010 für 15 Jahre den Auftrag erhalten soll, die Verbindung Aachen - Köln - Siegen im Stundentakt zu befahren.
Nach Darstellung des AVV
Überhaupt kommen jetzt rosige Zeiten, wenn man dem AVV glauben darf:
Aber wer ist eigentlich diese Heidekrautbahn, die solche Wunder vollbringt?
Die Heidekrautbahn GmbH wurde Ende 2003 gegründet, um an der Ausschreibung des Personennahverkehrs auf der Strecke Berlin-Karow nach Groß Schönebeck (Barnim) und Schmachtenhagen teilzunehmen, der so genannten Heidekrautbahn. Das neue Verkehrsunternehmen kam natürlich nicht aus heiterem Himmel: es ist ein Tochterunternehmen der DB Regio, die wiederum hundertprozentige Tochter der DB AG ist. Ein Bericht von 2003
Wie berichtet wird, gibt es bis heute jedoch gar keinen Tarifvertrag bei der DB Heidekrautbahn. Dementsprechend befürchtet laut WDR nun das bisherige für den RE 9 zuständige Zug- und Werkstattpersonal, demnächst unterbezahlten "Heidekrautmitarbeitern" weichen zu müssen. Am Freitag sollen die MitarbeiterInnen der DB Regio in Aachen in einer Betriebsversammlung informiert werden.
Transnet und GDBA forderten
Der Fall ist schon wirklich ein Meisterstück der Lissabon-Strategie: Da wird mal wieder mit großem Tamtam europaweit ausgeschrieben, und im Ergebnis kommt nichts anderes dabei heraus, als dass der DB ein Werkzeug in die Hand gegeben wird, die große Tarifflucht zu organisieren.
Zum Protest gegen die Privatisierung öffentlichen Eigentums und die neoliberale Zerstörung sozialer Sicherheit in Europa wird übrigens am 1. Mai die Euromaydayparade
So warnte dieser Tage erst der DGB Berlin-Brandenburg in klaren Worten vor dem von Merkel geretteten Lissabon-Vertrag (ehemals Reformvertrag). In einer kürzlich veröffentlichten Erklärung
Der Aachener DGB wird hingegen anscheinend nicht müde, sich vom Protest der Straße zu entsolidarisieren und ein aufs andere Mal gegenüber der bürgerlichen Presse zu beteuern, dass man mit den vielfältigen Protesten gegen die Karlspreisverleihung an Angela Merkel aber auch gar nichts zu tun habe: Parallel zu den Karlspreis-Feierlichkeiten am 1. Mai wird es gleich mehrere Demonstrationen in Aachen geben - darunter auch den traditionellen Zug des DGB samt anschließender Kundgebung zum Tag der Arbeit. Auch unter deren Teilnehmern dürfte sich die Freude über die Auszeichnung für Angela Merkel zwar in Grenzen halten, als Protestveranstaltung gegen die Karlspreis-Vergabe soll die Maikundgebung aber ausdrücklich nicht verstanden werden. (AN online Auf jeden Fall werden sich die Gewerkschaften nicht an den angekündigten Protestveranstaltungen diverser linker Gruppen und Globalisierungsgegner beteiligen. (AN online Dümmer gehts nimmer. (Zuletzt geändert am Dienstag, 22. April 2008.) |
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