| Biegt der ADFC rechts ab? (3. Update) |
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Samstag, 5. Januar 2008 - Von z-ac (2375 mal gelesen) Mit der 20-seitigen rechten Kampfschrift "Objektiv" geht die "Pro NRW Jugend" aus dem Umfeld des einst in Eschweiler aktiven Manfred Rouhs nun rechtzeitig zum Schulbeginn aggressiv gegen Moscheen und MigrantInnen vor. Auf dem Titel heißt es: "Komm auf den rechten Weg" - und auf der Rückseite prangt eine ganzseitige Anzeige des Fahrradclubs ADFC. In dem Heft heißt es dann: "Nein zu Großmoscheen, Minaretten und Muezzinruf!" und "Islamistische Terrorgefahr bekämpfen!" Nach Aussagen des ADFC hat die "Pro NRW Jugend" die Anzeige jedoch ohne Rückkopplung mit dem ADFC geschaltet. Der ADFC hat die Publikation der "Pro NRW Jugend" also auch nicht mitfinanziert. Offenbar ist es eine Masche der "Pro NRW Jugend", durch den unbezahlten Abdruck von Freianzeigen bekannter Institutionen den Eindruck zu erwecken, von diesen Institutionen unterstützt zu werden.
Dem ging offenbar auch Die Linke NRW so auf den Leim, wie es die jugendliche Zielgruppe des Magazins soll, und hatte deshalb in der Annahme, der ADFC hätte die Anzeige bewusst geschaltet, alle ADFC-Mitglieder aufgefordert, sich von dieser Anzeige zu
distanzieren und die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Diese Kritik am ADFC war jedoch offenbar voreilig und unberechtigt. Ulrich Kalle, Landesgeschäftsführer des ADFC NRW
Die Linke NRW erklärte noch in der Nacht zum Montag ihr Bedauern, auf den Schwindel reagiert zu haben und bat den ADFC in einer neuen Pressemitteilung um Entschuldigung. Wie sich inzwischen herausgestellt habe, hat die "Pro NRW Jugend" in der Vergangenheit auch Freianzeigen z.B. der Polizei und des Jugend-Rot-Kreuz auf dieselbe Weise missbraucht. Der jetzt Wellen schlagende Fall der Instrumentalisierung der ADFC-Anzeige hatte sich nahezu identisch bei der vorigen Ausgabe von "Objektiv" zugetragen, damals hatte der Verein "Mehr Demokratie e.V." eine ganzseitige Anzeige auf der Rückseite erhalten. Mehr Demokratie e.V. haben zumindest eine Unterlassung in der online angebotenen PDF-Version der Anzeige gefordert:
Tatsächlich wurde die Anzeige inzwischen in der Online-Ausgabe durch den Abdruck dieses Briefes ersetzt. Daneben ist die zurückgezogene Anzeige dann doch noch klein abgebildet, kommentiert durch den Schriftzug "Zensur". (Jaja, es ist also Zensur, wenn ein Verein selbst entscheiden möchte, mit welchen anderen Organisationen er in Verbindung gebracht wird...) Offenbar, um Mehr Demokratie e.V. weiter zu provozieren, ist dann wohl auch auf dem Titel der folgenden (aktuellen) Ausgabe das Schild "Mehr Demokratie" zu lesen (siehe Abbildung). Um nicht in die gleiche Falle zu tappen, haben wir nun auch die angebotenen Werbemittel für z-ac unter den Vorbehalt gestellt, dass die Werbung für z-ac nicht in solcher Weise eingesetzt werden darf. Nachtrag vom 10. 1. 2008:Aufgrund einer Unterlassungsforderung des ADFC hat "Objektiv" auf den Abdruck der ADFC-Anzeige in der Print- und der Onlineversion des Artikels verzichtet. Immerhin: die vorschnelle Aktion der Linken hat vermutlich den Ausschlag zu dieser schnellen Reaktion gegeben.
Den Fall hat nun auch die Frankfurter Rundschau aufgegriffen und zitiert, ohne z-ac zu erwähnen, in ihrem Artikel "Radler wollen keine Rechtsabbieger sein
(Zuletzt geändert am Donnerstag, 10. Januar 2008.) |




