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Vorleser wecken wieder die Lust am Lesen PDF Drucken E-Mail
Freitag, 23. November 2007 - Von Ludger Bentlage (3520 mal gelesen)

Vorlesetag an der Martin-Luther-King-Schule Aachen, Foto: NGG Aachen
In diesem Jahr findet zum vierten Mal der bundesweite Vorlesetag an zahlreichen Schulen statt. Grund genug für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sich an diesem Ereignis im Raum Aachen zu beteiligen.

Die Gewerkschaft hat seit Ihrer Gründung das Lesen gefördert, da damals die Arbeiter in den Fabriken oft keine Schule besucht hatten. Aufgrund dieses vorherrschenden Analphabetismus gab es im 19. Jahrhundert Vorleser, die ihren Kollegen aus Zeitungen und Büchern vorlasen.

Seit der ersten Veranstaltung im Jahr 2004, die von der Stiftung Lesen und der Zeitung "Die Zeit" ins Leben gerufen wurde, kommen nun jedes Jahr Vorleser der NGG für einen Tag in eine Schule und lesen den Kindern Geschichten vor. Ziel ist, bei den Schülern die Freude am Lesen zu wecken.

Dieses Jahr trugen Gabriele Beckers und Hajo Cremer in der Martin-Luther-King-Schule, Schule für Lernbehinderte, in der Talbotstraße in Aachen, Briefe aus dem Tagebuch der Anne Frank vor.

Die Gewerkschaft NGG nahm Kontakt zur Schulleiterin Gabriele Berka auf. Sie, die Lehrerschaft aber vor allem die Schüler nahmen unseren Wunsch an ihrer Schule zu lesen, sehr positiv auf. Das Tagebuch wurde bereits als Theaterstück aufgeführt. Das Vorlesen aus diesem Buch bot sich geradezu an.

Obwohl das Buch keine leichte Literatur ist, hörten die Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren gespannt zu. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Es war für die Vorleser, die Schüler und die anwesenden Lehrer, Herr Falk und Herr Pullen, ein sehr schönes Erlebnis, das mit einem gemeinsamen Frühstück in diskussionsfreudiger Runde und mit dem Wunsch an die Vorleser endete, sie nochmals zu besuchen.

Die Martin-Luther-King-Schule ist die städtische Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung der Sekundarstufe I in Aachen. Die Verhaltensweisen der Schülerschaft sind häufig geprägt von Störungen in der Entwicklung des Sozialverhaltens, Aufmerksamkeitsdefiziten und besonderen Belastungen im außerschulischen Lebensbereich. An der Schule können die Schüler einen Hauptschulabschluss 9 und 10a erwerben. Für die Schüler, die Lehrer und die Vorleser war dies ein gelungenes Miteinander.


(Zuletzt geändert am Dienstag, 27. November 2007.)