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Zeit für Anarchosyndikalismus PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 20. September 2007 - Von FAU Aachen (2176 mal gelesen)

Schwarz und rot - Farben des Anarchosyndikalismus
Im Jahre 2001 ist die Ortsgruppe der FAU- Aachen in die kreative Pause gegangen. Die Zeiten werden allerdings auch in der Kaiserstadt Aachen immer härter. Wir alle spüren den Druck und die sich stetig verschlechternden Bedingungen in unseren Lebenswelten.

Um auf die sich stetig verschlechternden Bedingungen zu reagieren, gibt es seit einiger Zeit wieder einen Kreis von Leuten, die in Aachen eine anarcho- syndikalistische Lokalföderation (FAU- Freie ArbeiterInnen Union) ins Leben rufen.

Verschlechterung der Bedingungen in fast allen Bereichen unseres Lebens

In den letzten Jahr(zehnt)en wurden wir zunehmend mit Unsicherheiten und der Verschlechterung unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen konfrontiert.

Die jetzige Bundesregierung setzt den Kurs in Richtung „Totale Überwachung und Kontrolle" in fast allen Lebensbereichen der BürgerInnen in Deutschland und schreckt noch nicht einmal davor zurück, die Bundeswehr unter fadenscheinigen Gründen im Inland einzusetzen, die selbst vor dem Bundesgerichtshof keinen Bestand haben dürften.Durch die Einführung von Dumpinglöhnen leben viele Menschen trotz Vollbeschäftigung in Armut. Ein Großteil der BürgerInnen in der BRD sind mit einem flächendeckenden Angriff des Kapitals auf ihr tägliches (Über-) Leben konfrontiert. Die in den letzten Jahrzehnten hart erkämpften Rechte der ArbeiterInnen werden Stück für Stück abgebaut.

Die großen Gewerkschaften- die im DGB zusammengeschlossen sind- nehmen diese Entwicklung hin und schauen tatenlos zu. Mit Schlagworten wie „Sozialpartnerschaft" und "Standortsicherung" stimmen sie einem faulen Kompromiss nach dem anderen zu, womit sie vor allem ihre eigenen Mitglieder verärgern und vorführen. Der Kampf der arbeitenden Menschen, die ihr Schicksal selber in die Hand nehmen wollen (Opel, Gate Gormet, Lokführerstreik), weil sie erkannt haben, dass es mit den reformistischen Gewerkschaften nichts zu gewinnen gibt, wird vereinnahmt oder diffamiert.

Erwerbslosen werden die Sozialleistungen auf ein unerträgliches Maß gekürzt, dass kaum zum Leben reicht. Statt tragfähige Strategien zu entwickeln, in denen ein Leben ohne Zwänge, Ängste und Armut möglich ist, zwingen sie uns in „Billigjobs" und bürokratisieren unsere Armut. In Heimen und sozialen- und Pflegeeinrichtungen verschlechtern sich die Bedingungen für alle Beteiligten zunehmend.

Die Einführung von Studiengebühren verschlechtern bspw. die Bildungschancen für Menschen aus der sog. „Unter- und Mittelschicht" deutlich - von wegen „Chancengleichheit". Es wird immer weniger Geld für Kultur bereitgestellt. Stattdessen entstehen Wellnessoasen und dekadente Unterhaltungseinrichtungen für Reiche- in denen sie unter sich bleiben.

Auf der Arbeit werden wir durch die immer schlechter werdenden Bedingungen verheizt, auf den Ämtern schikaniert und in der Schule und in den Universitäten auf den (kapitalistischen) Überlebenskampf gedrillt.
Der Trend der letzten Jahre geht immer mehr in Richtung „Ellenbogengesellschaft", in der viele Menschen Ängste Entwickeln- Ängste davor, den Job zu verlieren, den Anschluss zu verpassen und einsam in Armut ihr Leben zu fristen.

Menschen, die das alles nicht hinnehmen wollen und tagtäglich für ihre und die Rechte Anderer kämpfen, werden schikaniert, kriminalisiert und unter Generalverdacht gestellt (Wir sind alle §129a!). Die jüngsten Entwicklungen und die immer wieder neu veröffentlichten Dokumente über die Pläne des Innenministers machen deutlich, dass es gegen jedeN gehen kann.

Dabei könnte es so schön sein....

Die Realität sieht objektiv betrachtet anders aus. Durch die Einführung und Erweiterung von automatisierten Arbeitsplätzen wird immer weniger menschliche Arbeitskraft benötigt. Die Produktivität steigt in vielen Branchen stetig an. Dieser Umstand könnte ein angenehmes und angemessenes Leben in Luxus für alle garantieren. Jedoch partizipieren nur Wenige statt Viele an den Gewinnen und Verbesserungen.

Was können wir tun?!
JedeR von uns hat die Formel „Ein Angriff auf eineN von uns, ist ein Angriff auf uns alle!" schon mal gehört. Und ebenso haben wir alle schon oft die Phrase von der „Solidarität" vernommen. Haucht diesen Begriffen neues Leben ein und organisiert euch! Gemeinsam sind wir stark! In unserem täglichen Leben liegen die sozialen Kämpfe direkt vor uns- wir müssen sie nur anpacken. Es liegt an uns allen, diese Kämpfe für die Verbesserung unserer Lebensbedingungen aufzunehmen und Alternativen zur bestehenden Bildungsaristokratie zu entwickeln. Die bundesweit vernetzte anarcho- syndikalistische Gewerkschaft FAU mit ihrer Aktionsform- der direkte Aktion- ist das geeignete Mittel der Wahl.

Bei den DGB-Gewerkschaften werden mit den sauer verdienten Beiträgen der Mitglieder DGB-Funktionäre dafür bezahlt, dass sie faule Kompromisse mit den großen Konzernen aushecken und Entscheidungen auch gegen den Willen ihrer Basis treffen. In der FAU gibt es keine „gut bezahlten" Berufsfunktionäre oder StellvertreterInnen, die gegen den Willen und jenseits der Lebenswirklichkeit ihrer Mitglieder Entscheidungen fällen. JedeR von uns hat das gleiche Stimmrecht und Entscheidungen werden gemeinsam getroffen.

Gegen den Kapitalismus und die Bosse setzen wir nicht auf Kompromisse in Form einer vorgetäuschten "Sozialpartnerschaft" sondern auf die direkte soziale Konfrontation. Niemand kann unsere Wünsche und Bedürfnisse besser vertreten als wir selber. Nur wenn wir uns selbstbewusst und mit entschlossener Solidarität überall dort wehren, wo es uns schlecht geht, werden wir unsere Lebensbedingungen verbessern können. Das bedeutet für uns Anarcho-Syndikalismus in praktischer Form. Wir wollen kein Stück vom Kuchen - wir wollen die ganze Bäckerei!

FAU- Aachen- wer sind wir und was wollen wir?
Wir sind eine Gruppe von Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenslagen. Was uns eint ist der Wille und das Bedürftnis, dass das bestehende- immer mehr Menschen verachtende- System einer organisierten Gegenströmung bedarf. Anarchismus bzw. Anarchosyndikalimus hat eine friedliche herrschaftslose Welt zum Ziel: das Recht und die Möglichkeit des einzelnen Menschen, seine Fähigkeiten zu entfalten; und die gemeinschaftliche Selbstverwaltung aller Menschen, ohne FührerInnen und ohne Zwang.

Wir wollen den Widerstand dorthin tragen, wo er am meisten Wirkung zeigt- in unsere unmittelbaren Lebensbereiche: an unsere Arbeitsplätze, auf die Ämter und in die Behörden, an die Universitäten, in die Kneipen und in den FreudInnenkreis.

Wir beschäftigen uns verstärkt mit Fragen des Arbeits- und Sozialrechtes, um uns selbst und unseren FreundInnen bei Auseinandersetzungen unterstützen zu können. Außerdem wollen wir ein wachsames Auge auf die Entwicklungen in der Region und anderswo halten, damit wir den alltäglichen Zumutungen wie Gewalt, Armut, Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Unterdrückung und Ausbeutung mit Gegenwehr begegnen können.

FAU- Aachen im September 2007

Unsere erste öffentliche Veranstaltung findet am 22. September 2007 in der «Raststätte» (Lothringerstraße 23, Aachen) statt. Der Eintritt ist kostenlos und für das leibliche Wohl wird mit einem Volxbuffet gesorgt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Was ist eigentlich Anarcho-Syndikalismus? Die FAU-IAA stellt sich vor.

Jeder von uns hat die Formel "Ein Angriff auf eine von uns ist ein Angriff auf alle!" schon mal gehört. Und ebenso haben wir alle schon oft die Phrase von der "Solidarität" vernommen. Aber was könnte die wirkliche, praktische Bedeutung dieser und noch ein paar anderer bekannter sozialistischer Schlagworte aus der ArbeiterInnenbewegung sein?

Rudolf Mühland geht diesen und anderen Fragen nach und gibt dabei einen kleinen historischen Überblick über die Wurzeln des Anarcho-Syndikalismus und seine Entwicklung vom 19 bis zum 21 Jahrhundert. Dabei legt er einen Schwerpunkt auf die heutige Freie ArbeiterInnen Union (FAU-IAA) und ihre aktuelle Situation.

So wichtigen Fragen wie:

* Wie sind die Menschen innerhalb der FAU organisiert?
* Welche kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Ziele verfolgt die FAU?
* Wer kann mitmachen?
* Wie steht die FAU zur Bertiebsratsfrage?
* Wie steht die FAU zu Tarifverträgen?

und viele andere mehr werden angesprochen.

Nach dem Vortrag mit Präsentation bleibt Zeit die aufgeworfenen Thesen zu diskutieren und weiterführende Probleme zu erörtern.

Für die musikalische Untermalung des Abends wird Paul, der Geigerzähler sorgen.

Weitere Infos findet ihr auf der Website der Initiative zur Gründung einer Ortsgruppe FAU Aachen External link.

Wir treffen uns immer Mittwochs. Wer Interesse hat uns kennenzulernen und bei uns mitzuwirken: Kontaktmöglichkeiten finden sich auf unserer Webseite.
(Zuletzt geändert am Freitag, 21. September 2007.)