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"Die Linke" Hessen: Spitzenkandidat Pit Metz wirft das Handtuch PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 6. September 2007 - Von Edith Bartelmus-Scholich (2415 mal gelesen)

Pit Metz, Foto: Die Linke Marburg
Druck aus Berlin und Kampagne des rechten Parteiflügels

Der erst am 27. August 07 zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 08 gewählte Kommunalpolitiker aus Hessen erklärte am Mittwoch Abend seinen Rücktritt von Platz 1 der Landesliste. Metz hatte sich für die Parteispitze überraschend auf dem Landesparteitag mit 81 zu 59 Stimmen gegen den designierten Spitzenkadidaten Dieter Hooge durchgesetzt.

Ausschlaggebend dafür war die glasklare Aussage von Metz, dass mit ihm keine Koalition mit der SPD zu machen sei. Dieter Hooge hingegen wollte dies noch offen lassen und die Entscheidung anhand von Bedingungen treffen, die vage blieben.

Seit der Wahl stand Metz unter starkem Druck. Sowohl die Parteispitze in Berlin als auch der hessische Landesvorstand der Partei DIE LINKE machten deutlich, dass sie lieber mit dem aus der SPD stammenden, ehemaligen DGB-Vorsitzenden Hooge in den Wahlkampf gezogen wären, als mit dem bis 1996 der DKP zugehörigen Pit Metz. Der rechte Parteiflügel der LINKEN Hessen begann eine regelrechte Hetzkampagne gegen den ungeliebten Spitzenkandidaten ohne, dass sich der Parteivorstand davon distanzierte.

Metz wurde nicht nur ständig seine ehemalige MItgliedschaft in der DKP vorgeworfen, sondern auch seine konsequent antimilitaristische Haltung. Seine Kritik sowohl an DDR-Soldaten an der innerdeutschen Grenze als auch an BRD-Soldaten in Afghanistan lieferte den Vorwand ihm ultralinke nicht anschlussfähige Positionen zu unterstellen.

Dass er sich öffentlich dazu bekannte Kommunist zu sein, führte zu antikommunistischen Ausfällen seiner Gegner. So schrieb der Sprecher des Kreisverbands Odenwald, Pfeifer, in einem offenen Brief:

"Der Schaden, den Sie mit Ihrem altkommunistischen Geschwätz angerichtet haben, ist gar nicht mehr zu beheben, wirft uns Jahre zurück und wird zu dem Ergebnis führen, dass die Linke im Januar 2008 nicht in den hessischen Landtag einzieht."

Anstatt sich hinter den gewählten Kandidaten zu stellen und die antikommunistische Agitation des rechten Flügels zu verurteilen, zitierte die Parteispitze Pit Metz am Dienstag, 4.9. nach Berlin. Viel Unterstützung scheint der Spitzenkandidat dort nicht gefunden zu haben, denn nach diesem Gespäch erklärte er, dass dass er sich überfordert fühle und unterschätzt habe, wie sehr seine Person und seine Vergangenheit innerhalb der Partei polarisiere. Bezeichnend ist, dass der Bundesgeschäftsführer der LINKEN, Dietmar Bartsch MdB den Rücktritt öffentlich machte noch bevor der Spitzenkandidat dies selbst tun konnte.

Auf der zweiten Tagung des Wahlparteitags zur Aufstellung der Landesliste am kommenden Wochenende wird nun wohl ein neuer Spitzenkandidat gewählt werden. Im Gespräch für diese Position sind Werner Dreibus MdB und Wolfgang Gehrke MdB. Es bleibt anzuwarten ob der neue Spitzenkadidat sich auch so klar gegen eine Beteiligung an einer rot-roten Landesregierung ausspricht wie Pit Metz.


(Zuletzt geändert am Freitag, 21. September 2007.)
 
 
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