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NPD-Stand nach Protesten aufgelöst. Polizei lässt bewaffnete Neo-Nazis durch die Stadt ziehen PDF Drucken E-Mail
Samstag, 9. Juni 2007 - Von z-ac (6140 mal gelesen)

Aachen. Nach Protesten von rund vierzig spontan zusammengekommenen Antifaschisten brach die NPD ihren gegen elf Uhr am Kaiserplatz aufgebauten Stand kurz nach 13 Uhr ab.

Mit Schildern wie „Heimreise statt Einreise" versuchten sie Stimmung gegen Migrantinnen und Migranten zu machen. Der Stand wurde von acht bis zehn NPD´lern um den Stolberger Funktionär Willibert Kunkel betrieben und von zwölf Mitgliedern der offen neonazistisch auftretenden „Kameradschaft Aachener Land" geschützt.

Die KAL-Leute, durchweg junge Männer, trugen einheitlich schwarze T-Shirts, Sonnenbrillen und am Gürtel circa vierzig cm lange und drei bis vier cm breite Schlagstöcke, an deren Ende eine kleine schwarze Fahne angebracht war. Mit Sprüchen wie „frei - national" konnte diese Gruppe immer wieder unbehelligt durch die Adalbertstraße ziehen, ohne dass die Polizei eingriff.

Auf Rückfrage erklärten die Beamten, sie würden die Stöcke als Fahnen anerkennen.

Gegenwehr
Über Handys und Mails informiert, sammelten sich ab zwölf Uhr Antifaschisten zunächst am Rande des Kaiserplatzes. Nach wenigen Minuten war die Gruppe mit 15 Leuten groß genug und positionierte sich unmittelbar vor dem NPD-Stand. Es kam zu verbalen Scharmützeln. Kurz darauf trennten rund zwanzig Polizisten die beiden Gruppen, ließen es aber immer wieder zu, dass die KAL-Leute in den Reihen der Antifaschisten provozierten.

Inzwischen waren etwa vierzig NazigegnerInnen zusammengekommen, die den Infostand bedrängten; eine Verbreitung der braunen Propaganda war somit unterbunden. Petrus tat schließlich seinen Teil dazu bei, dass die NPD ihren Stand unter Sprechchören im strömenden Regen abbrach. Am wirkungsvollsten erwies sich dabei der von einer jungen Berlinerin eingebrachte Spruch:

Ohne Staatsschutz -

wärt Ihr nur drei Mann!

Eine Anspielung auf die bekannt gewordene Unterwanderung der NPD durch den „Verfassungsschutz". Laut dpa ist jeder siebte Funktiosträger der NPD in der Leitungsebene V-Mann.

Zum Abschluss zogen die Antifaschisten noch lautstark durch die Stadt zum Elisenbrunnen und erklärten sich angesichts der widrigen Umstände und der Kürze der Mobilisierungszeit mit ihrer Aktion zufrieden. Sie rechnen aber in Zukunft mit weiteren Auftritten der Neo-Nazis in Aachen.

 

[update:] Zeitgleich fand in Inden bei Düren eine breite Kundgebung gegen die NPD statt. Weitere Infos hier External link bei der Antifa Düren 


(Zuletzt geändert am Montag, 11. Juni 2007.)
 
 
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