| Solidaritätskundgebungen in Aachen und Jülich |
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Donnerstag, 7. Juni 2007 - Von Andrej Hunko & Siegfried Faust (2804 mal gelesen) In Aachen und Jülich gingen in den vergangenen Tagen mehr als 100 Menschen gegen die Politik der G8-Staaten und in Solidarität mit den Protesten in Heiligendamm auf die Straße. So vielfältig der Widerstand in Heiligendamm ist, so bunt waren auch die beteiligten Gruppen. In Aachen folgten rund 70 Menschen dem Aufruf von attac und der Initiative Montagsdemo. Unterstützt wurde die Demo auch von Mitgliedern des Aachener Friedenspreises, der grünen Jugend, der WASG, der Initiative Tatendrang, des Antikriegsbündnis und der SAV. Im Mittelpunkt der Redebeiträge standen die Ereignisse am Samstag in Rostock. Augenzeugen berichteten von einem unverhältnismäßig harten Eingreifen der Polizei. So sprach das Aachener Ratsmitglied Marc Treude als Augenzeuge „von einem Regime der ständigen Bedrohung und Angst", das von staatlicher Seite aufgebaut wurde um die Menschen einzuschüchtern. Andrej Hunko wies auf Falschmeldungen, die über große Medienagenturen verbreitet wurden, hin - "ganz offensichtlich mit der Absicht, die Stimmung anzuheizen und gegen die DemonstranteInnen zu richten". Als Beispiel nannte er die mittlerweile aufgeklärte Ente „Den Krieg in die Demo tragen".
Der folgende Demo stoppte kurz vor dem Elisenbrunnen in unmittelbarer Nähe des Telekomladens und der deutschen Bank, wo diese beiden „Symbole des deutschen Kapitalismus" thematisiert und zur Solidarität mit dem Streik der Telekom-Beschäftigten aufgerufen wurden. Bei der Abschlusskundgebung wies Ratsmitglied Horst Schnitzler auf die weltweit wachsende Armut hin - nicht nur zwischen Nord und Süd, sondern auch innerhalb der reichen Länder:
Horst Freiling von der Initiative Tatendrang verlangte schließlich eine Distanzierung der Politik von der Gewalt im Irak und Afghanistan, sowie der strukturellen Gewalt gegen Hartz-IV-Empfänger. Er erinnerte an den vor einigen Wochen verhungerten Erwerbslosen in Speyer.
Alle Redner verurteilten die Eskalation der Demonstration in Rostock. Hierbei müssten auch die vielen Berichte über das Wirken von Zivil-Polizisten ernst genommen werden. Bemerkenswert waren die durchweg freundlich-interessierten Reaktionen der Passanten. Die Organisatoren hatten eine wesentlich aggressivere Stimmung angesichts der aufgeheizten Medienberichterstattung befürchtet.
„Wir fordern eine Globalisierung der Menschenrechte!" In Jülich protestierten am Mittwoch, dem 6.Juni 2007 auf Initiative von Pax Christi, amnesty international, BUND und terre des homme etwa 35 Menschen auf dem Kirchplatz gegen die Politik der G8. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch DIE LINKE. Jülich. Mit Informationstafeln und Plakaten sowie in vielen Gesprächen informierten die Veranstalter mit Jülicher Bürgerinnen und Bürgern über die verfehlte Globalisierungspolitik der Industrienationen. Dabei wurden eine gerechtere Umverteilung des Reichtums, die Erhaltung der Umwelt und endlich wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung, eine Politik gegen Krieg und Waffenhandel sowie fairer Handel mit allen Ländern der Erde gefordert. Während des abschließenden Meetings betonte die Rednerin von Pax Christi, dass nicht die acht Staaten, die sich anmaßen, eine Art Weltregierung zu sein, die Bevölkerung der Erde repräsentieren und es Aufgabe der UN sein sollte, über die Zukunft der Erde zu entscheiden. Der Sprecher der Partei DIE LINKE. wies darauf hin, dass die Forderungen, die die Teilnehmer der Protestveranstaltung an die G8 stellten unabdingbar sind und es der richtige Weg ist, gemeinsam- über ideologische und Glaubensunterschiede hinweg, für eine friedliche und gewaltfreie, humane und ökologisch vertretbare Zukunft unserer Welt zu streiten. Er betonte gleichzeitig, dass DIE LINKE. jede Form von Gewalt, auch die Gewalt, die am Rande der Demonstrationen in Rostock, verurteilt. Die wirkliche Gewalt gehe vom Kapitalismus aus. Amnesty international schloss sich anschließend der G8 Kritik an und forderte, statt der Wirtschaftsglobalisierung eine Globalisierung der Menscherechte durchzusetzen. Mit einem Gebet der Vereinten Nationen beendeten die Teilnehmer einmütig die Protestveranstaltung: Gebet der Vereinten Nationen: „Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, endlich mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen." (Zuletzt geändert am Donnerstag, 7. Juni 2007.) |





